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Wettbewerb im Sinne der Nachhaltigkeit

Gemeinschaft, Biodiversität und kulinarische Vielfalt im Familiengarten

Unsere Mitglieder haben sich im Jubiläumsjahr 2025 mit vierzehn ganz tollen Eingaben am Gruppenwettbewerb des Schweizer Familiengärtner-Verbands für Erwachsene beteiligt.

Im Zentrum der Wettbewerbsaufgabe für unsere Mitglieder stand die Gartengemeinschaft: Eine Personengruppe sollte etwas zur Freude und zum Nutzen von Mitmenschen organisieren. Ein vorwiegend im Jahr 2025 realisiertes Gartenprojekt oder ein Gemeinschaftsanlass berechtigten zur Teilnahme.

Die Bewertungskriterien waren:

  • Gemeinschaftssinn
  • Selbstversorgung
  • Beitrag zu Nachhaltigkeit
  • Förderung der Biodiversität
  • Gesundheit und Wohlergehen
  • Bildungsbeitrag
  • Inklusion und
  • innovative Elemente.

Die Ergebnisse beweisen den Trend zu mehr Biodiversität und Nachhaltigkeit.

Erster Preis: PGV Regensdorf Bienenparadies

Wettbewerbsgewinner ist der Pflanzgartenverein (PGV) Regensdorf mit dem Projekt Bienenparadies. Erschaffen haben es 20 Gärtnerinnen und Gärtner im Gemeinschaftsgarten Weiningerweg. Sie legten einen neuen Lebensraum für Wildbienen und andere Insekten an. Dessen Kernstück bildet die Kombination von Nahrungsquelle und Nistgelegenheit für Wildbienen. Viele dieser Arten können nur kurze Distanzen fliegen und schätzen deshalb die Nähe zwischen diesen beiden für sie überlebenswichtigen Orten.

Die sechzigteilige, neu gepflanzte Hecke aus sorgfältig ausgewählten, einheimischen Wildsträuchern garantiert den Wildbienen und weiteren Insekten ein ganzjähriges Nahrungsangebot. Die Sandlinse ist Nistplatz für bodenbrütende Wildbienen. Der Verein hat vor Ort Feldtafeln des Verbands BienenSchweiz aufgestellt. Diese Tafeln informieren die Pachtenden und Spazierenden über die Wichtigkeit solcher Lebensräume für die Biodiversität.

Sandlinse im Bienenparadies Regensdorf – ein Nistplatz für bodenbrütende Wildbienen, in unmittelbarer Nähe zur Nahrungsquelle (Hecke) angelegt. Bild: Heinz Büchel
Sandlinse im Bienenparadies Regensdorf – ein Nistplatz für bodenbrütende Wildbienen, in unmittelbarer Nähe zur Nahrungsquelle (Hecke) angelegt. Ein Kernstück des Projekts, das von 20 Gärtnerinnen und Gärtnern im Gemeinschaftsgarten Weiningerweg geschaffen wurde. Bild: Heinz Büchel

Ein weiterer, besonderer Pluspunkt dieses Projekts: Zu seiner Planung und Umsetzung hat der PGV mit der Gemeinde Regensdorf, mit einem lokalen Gartenbauunternehmen und mit dem Fachverband BienenSchweiz zusammengearbeitet. Eine Gemeindevertreterin wird an einer Generalversammlung des Vereins einen Fachvortrag über Neophyten halten. Mit dem Bereitstellen einer solchen Informationsplattform bedankt sich der PGV bei der Gemeinde für ihre Projektunterstützung.

Da die Vereinsmitglieder das Gelernte anderen vermitteln können, werden bestimmt auch weitere Gemeindebewohnende von diesem Vortrag profitieren. Eine richtige Win-Win-Situation. Das Projekt ist nachhaltig, in jeder Hinsicht zukunftsweisend und hat Vorbildcharakter.

Die neue Hecke im Bienenparadies Regensdorf – aus sorgfältig ausgewählten, einheimischen Wildsträuchern, die Wildbienen und Insekten ganzjährig Nahrung bieten. Bild: Joseph Berdat
Die neue Hecke im Bienenparadies Regensdorf – aus sorgfältig ausgewählten, einheimischen Wildsträuchern, die Wildbienen und Insekten ganzjährig Nahrung bieten. Ein weiterer wichtiger Teil des Projekts, das von 20 Gärtnerinnen und Gärtnern im Gemeinschaftsgarten Weiningerweg geschaffen wurde. Bild: Joseph Berdat

Zweiter Preis: FGV Moosseedorf: Interkulturelles öffentliches Essen

Dieses Jahr veranstaltete der Familiengartenverein (FGV) Moosseedorf zum vierten Mal sein interkulturelles, öffentliches Essen. Die Gärtnerinnen und Gärtner werden an diesem Anlass jeweils zu Köchinnen und Köchen. Sie konnten ihre Köstlichkeiten an einem strahlenden Tag im Juni 2025 erneut zu Recht mit Stolz präsentieren.

Gut 25 Prozent der Gärtnerinnen und Gärtner des Areals stammen aus der Schweiz. Die anderen 75 Prozent kommen aus 22 verschiedenen Ländern. Einige stammen aus dem Balkan, andere aus dem Nahen Osten, dem restlichen Europa, aus Afrika, Asien und Südamerika. Der Verein setzt auf diese kulturelle Vielfalt, um einen Gemeinschaftsanlass zur Freude aller zu gestalten. Der festliche Rahmen schafft Raum für Austausch – kulinarisch, kulturell und zwischenmenschlich. Damit erstarkt der Zusammenhalt in der Gartengemeinschaft, was sich über das Fest hinaus als wertvoll erweist.

Die Pachtenden kochten und backten Gerichte aus 22 Ländern. Alle Gäste hatten die Gelegenheit, eine einzigartige kulinarische Weltreise zu erleben. Das Essensangebot bestand aus 14 Spezialitäten und acht Desserts. Angesichts dieser grossen Auswahl blieben keine Wünsche offen. Authentisch und mit viel Liebe zubereitete Leckereien, sodass am Ende alle satt und zufrieden nach Hause gingen.

Das Fest ist wiederkehrend ein hervorragender Eisbrecher und fördert den Austausch zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft.

Causa Limena stammt urprünglich aus Peru: ein Schichtgericht mit Kartoffelpüree, Hühnchen, Avocado und Ei, präsentiert beim interkulturellen Essen des FGV Moosseedorf. Bild: Thisakumar Thiruselvam
Peruanische Causa Limena: ein Schichtgericht mit Kartoffelpüree, Hühnchen, Avocado und Ei, präsentiert beim interkulturellen Essen des FGV Moosseedorf. Ein Teil der kulinarischen Weltreise mit Gerichten aus 22 Ländern. Bild: Thisakumar Thiruselvam

Dritte Preise: Offene Türen und Naschgarten

Im dritten Rang gibt es zwei Gewinner, je einen aus der Romandie und einen aus der Deutschschweiz:

FGV Lausanne: Offene Türen

Die Familiengärten Champ-Thénoz et Mayoresses in Lausanne haben mit 20 Mitgliedern anlässlich des Wettbewerbs extra ein Fest organisiert. Dessen Angebote waren sehr vielseitig. Unter dem Motto portes ouvertes haben verschiedene Pachtende auf ihren Parzellen eine Aktivität für die Gäste angeboten: Eine grüne Ausbildung für Kinder, die Präsentation der Gartengeschichte seit 1977, die Führung durch den eigenen Blumengarten und eine praxisbezogene Instruktion für einen korrekten Baumschnitt.

Zwei zu einer Lesung geladene Schriftsteller stellten ihre Werke vor. Gitarrenmusik, Lieder aus den Herkunftsländern der Pachtenden, Karaoke und eine Vorführung der therapeutischen Anwendung tibetischer Klangschalen rundeten das Programm ab. Die Kinder durften den Garten ihrer Träume zeichnen. Die Essensangebote haben Pachtende selbst zubereitet.

Mit einem kinderspezifischen Anlass zu Naturthemen im Mai 2026 wird die Festlaune über das Jahresende 2025 hinaus nachwirken.

Gärtnerinnen und Gärtner der Familiengärten Champ-Thénoz et Mayoresses in Lausanne präsentieren stolz ihre Paella – ein kulinarischer Höhepunkt des „Offene Türen“-Festes. Bild: Chantal Fuchs
Gärtnerinnen und Gärtner der Familiengärten Champ-Thénoz et Mayoresses in Lausanne präsentieren stolz ihre Paella – ein kulinarischer Höhepunkt des „Offene Türen“-Festes. Das Fest bot neben Essen auch „grüne Ausbildung“, Gartengeschichte, Musik und Lesungen. Bild: Chantal Fuchs

Verein für Familiengärten Dübendorf: Naschgarten

Rund zehn Pachtende im Verein für Familiengärten Dübendorf nahmen zur Aufwertung einer Gemeinschaftsfläche auf dem Areal Ifang den Anbau eines Naschgartens in Angriff. Bewegung im Garten fördert bekanntlich die physische und psychische Gesundheit. In diesem Sinn hat die Gruppe zuerst den alten, kranken Hartriegel (Hornstrauch) ausgegraben.

Die Entfernung der letzten, grossen Wurzeln erwies sich als der aufwändigste Teil der Arbeiten. Fleissige Hände bereiteten vor Saisonende noch die Erde auf. Im Frühling werden sie Säulenbäume wie Zwetschge, Kirsche und Apfel anpflanzen, in Kombination mit Brombeeren. Unterschiedliche Kräuter sollen den Gemeinschaftsbereich unter anderem vor stechenden Insekten schützen. Zwei grosse Steinplatten enden nicht im Abfall. Die Projektgruppe wird daraus eine Art Hochbeet anlegen.

Der Verein weiht den neuen Naschgarten 2026 ein. Dieser Garten bildet einen nachhaltigen Beitrag zur Biodiversität.

Victor, Karin und Josef (v.l.n.r.) beseitigen die letzten Wurzeln des alten Hartriegels und bereiten die Fläche für den Naschgarten im Frühjahr vor. Bild: Dirk Rahnenführer
Victor, Karin und Josef (v.l.n.r.) beseitigen die letzten Wurzeln des alten Hartriegels und bereiten die Fläche für die Pflanzung des Naschgartens im Frühjahr vor. Ein Projekt des Vereins für Familiengärten Dübendorf im Rahmen des Nachhaltigkeitswettbewerbs 2025. Bild: Dirk Rahnenführer

Niemand ging leer aus – und so kreativ waren die Projekte

Alle teilnehmenden Vereine, die nicht auf dem Podest landeten, erhielten einen Mitmachpreis: ein kleines Dankeschön für ihre Ideen und ihr Engagement.

Einige Pachtende einer Gartengenossenschaft haben die nicht mehr verwendete Kompostfläche zu zwei zusätzlichen Parzellen umgestaltet. Andere Vereine organisierten Feste, etwa ein Kürbisfest oder ein Food-Festival.

In weiteren Arealen fanden Kurse statt. Dabei ging es um die Themen Gartenvögel und Permakultur. Die traditionellen Blumentage, an denen Gärtnerinnen und Gärtner Blumensträusse aus dem eigenen Garten in einer Altersinstitution verschenken, gibt es erfreulicherweise immer noch, auch wenn sie seltener geworden sind.

Wir freuen uns über alle Teilnahmen und bedanken uns bei diesen Personen für ihr Engagement in ihren Familiengärten und für die Mitwirkung beim Wettbewerb. Der Wettbewerb zeigte, wie Familiengärten Nachhaltigkeit und Biodiversität im Alltag leben – und wie wichtig es ist, diese Werte weiter zu pflegen.

Viele weitere Anlässe und Projekte gab und gibt es auch ausserhalb des Jubiläumsjahres. Sie alle zeugen von der Lebendigkeit unserer Familiengärten.

Von links nach rechts: Hanspeter Zurbuchen (Projektleiter FGG Zollikofen), Dieter Lüscher (Präsident FGG Zollikofen), Theres Länzlinger (Vizepräsidentin Familiengärtner-Verband Bern-Stadt) und Jacqueline Cortesi (Schweizer Familiengärtner-Verband) vor dem umgestalteten Acker. Bild: Isabelle Hadorn
Von links nach rechts: Hanspeter Zurbuchen (Projektleiter FGG Zollikofen), Dieter Lüscher (Präsident FGG Zollikofen), Theres Länzlinger (Vizepräsidentin Familiengärtner-Verband Bern-Stadt) und Jacqueline Cortesi (Schweizer Familiengärtner-Verband) vor dem umgestalteten Acker. Die FGG Zollikofen hat den aufgehobenen Kompostplatz in zwei neue Parzellen umgestaltet – und erhielt dafür einen Mitmachpreis. Bild: Isabelle Hadorn

Ausblick – im Kern nachhaltig

Der Wettbewerb zum 100-Jahr-Jubiläum des Schweizer Familiengärtner-Verbands im Jahr 2025 gab Ansporn, Themen wie Gemeinschaftssinn, Selbstversorgung, Nachhaltigkeit, Biodiversität, Förderung von Gesundheit und naturnaher Bildung, Inklusion sowie Innovation in den Familiengarten-Alltag zu integrieren und solche Werte weiterhin zu pflegen. 

Veröffentlicht in:

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