SFGV-FSJFSFGV FSJF LogoSchweizer Familiengärtner-VerbandFédération Suisse des Jardins FamiliauxSFGVFSJF
SFGV-FSJFSFGV FSJF LogoSFGVFSJFSchweizer Familien-gärtner-Verband

Getrocknete Feigen – einfach selbst gemacht

Feigen für den Winter konservieren

Im Spätsommer hängen die Feigenbäume voller reifer, süsser Früchte. Manchmal sind es so viele reife Feigen gleichzeitig, dass wir mit dem Essen gar nicht nachkommen. Anders als Tomaten reifen Feigen nach der Ernte nicht mehr nach. Wir müssen sie also direkt vom Baum essen – oder haltbar machen. In diesem Beitrag zeigen wir eine einfache Methode, wie du Feigen selbst trocknest und konservierst. So bewahrst du den Sommergeschmack auch in den Wintermonaten.

Lebensmittel konservieren

Im Familiengarten lernen wir nicht nur, wie man Obst und Gemüse anbaut, sondern auch, wie man diese zubereitet oder mit einfachen Methoden haltbar macht. Weitere Beiträge findest Du in unserer Gartenblog-Kategorie Rezept.

Feige – die Pflanze aus dem Mittelmeerraum

Die Feige (lat. Ficus carica) stammt vermutlich ursprünglich aus Südwestasien. Sicher wird sie jedoch schon seit der Antike im gesamten Mittelmeerraum kultiviert. In unseren Breitengraden profitiert sie von den steigenden Temperaturen. Etwa im September sind täglich zahlreiche neue Früchte erntereif. Feigen sind klimakterische Früchte – ihnen fehlt das Pflanzenhormon Ethylen. Darum reifen sie nach der Ernte nicht weiter.

Nahaufnahme von einer reifen und drei unreifen Feigen am Ast eines Feigenbaums, bereit zur Ernte für die Herstellung von Dörrfrüchten.
Nahaufnahme von einer reifen und drei unreifen Feigen am Ast eines Feigenbaums, bereit zur Ernte für die Herstellung von Dörrfrüchten. Bild: Dirk Rahnenführer

Feigen ernten

Wenn die Frucht beim Drücken leicht nachgibt oder Risse zeigt, ist sie bereit für die Ernte. Die Feige lässt sich ohne Schere oder Werkzeug ernten: Einfach die Frucht vorsichtig zur Seite biegen, bis sich der Stiel vom Ast löst, oder sanft drehen, bis sie abfällt. So bleiben Baum und Frucht unbeschädigt.

Aber Vorsicht: Beim Ablösen vom Stamm tritt manchmal ein weisser, milchiger Saft aus dem Stil der Feige aus. Diese klebrige Flüssigkeit enthält Latex-ähnliche Stoffe. Einige Menschen reagieren mit leichten Hautirritationen auf den Saft. Er hat sogar die Kraft, Kleidung dauerhaft zu verfärben. Austretenden Saft am besten gleich mit Wasser abspülen. Bevor er antrocknet, ist er deutlich leichter zu entfernen.

Reife Früchte enthalten eher weniger Flüssigkeit, unreife oder verletzte Früchte tropfen stärker. Ein paar Minuten nach der Ernte tritt kein neuer Saft mehr aus.

Der Feigenbaum produziert den Saft als Schutzmechanismus gegen Insekten und Fressfeinde. Das schützt die Feigen aber nicht generell, Wespen oder Vögel ernähren sich gerne direkt von der reifen, süssen Frucht am Baum. Ein regelmässiges Ablesen der reifen Früchte lohnt sich also umso mehr.

Vorbereitung der Feigen

Nach der Ernte reinigen wir die Feigen vorsichtig zu Hause unter fliessendem Wasser, ohne sie zu verletzen.

Mit einem scharfen Messer schneiden wir die Feigen in etwa ein Zentimeter dicke Scheiben. Es ist verlockend, sie dünner zu schneiden, um mehr Portionen zu erhalten. Beim Dörren schrumpfen die Stücke jedoch deutlich und werden entsprechend dünner: Etwa achtzig Prozent der Frucht bestehen aus Wasser, das beim Trocknen verdunstet.

Eine in ein Zentimeter dicke Scheiben geschnittene Feige auf einem Teller: Die Scheiben sind für das Trocknen vorbereitet und zeigen das süss-saftige, rote Fruchtfleisch der Feige.
Eine in ein Zentimeter dicke Scheiben geschnittene Feige auf einem Teller: Die Scheiben sind für das Trocknen vorbereitet und zeigen das süss-saftige, rote Fruchtfleisch der Feige. Bild: Dirk Rahnenführer

Feigen trocknen

Getrocknete Feigen sind – bei richtiger Lagerung – bis zu einem Jahr oder teils sogar länger haltbar. Die beiden Hauptgründe für die lange Haltbarkeit sind:

  1. Wasserentzug: Die Trocknung entzieht der Frucht nahezu vollständig das Wasser. Doch ohne Wasser vermehren sich Mikroorganismen wie Bakterien, Hefen oder Schimmelpilze nicht mehr. Die getrocknete Frucht verdirbt somit deutlich langsamer.
  2. Hoher Zuckergehalt: Reife Feigen haben einen sehr hohen Zuckergehalt. Nach dem Trocknen ist der Zucker nochmals konzentrierter, sein Anteil liegt jetzt locker bei 50 Prozent. Zucker wirkt wie ein Konservierungsmittel. Er bindet das Restwasser, das nun nicht mehr für die Mikroorganismen zur Verfügung steht.
Geschnittene Feigenscheiben liegen in drei übereinander gestapelten, runden Gittern eines Dörrautomaten. Beim Trocknen verdunstet das Wasser. So verlieren die Feigen etwa 80 Prozent ihrer Gesamtmasse. Der Blick von oben zeigt die Anordnung der Früchte vor dem Dörren.
Geschnittene Feigenscheiben liegen in drei übereinander gestapelten, runden Gittern eines Dörrautomaten. Beim Trocknen verdunstet das Wasser. So verlieren die Feigen etwa 80 Prozent ihrer Gesamtmasse. Der Blick von oben zeigt die Anordnung der Früchte vor dem Dörren. Bild: Dirk Rahnenführer

In einem Dörrautomat wird die Temperatur auf 52 °C gestellt. Wenn der Automat es erlaubt, stellen wir den Timer auf etwa zwölf Stunden. Bei einer etwas niedrigeren Temperatur (45 °C) dauert die Trocknung zwar länger, aber die drei Schichten werden dafür gleichmässiger getrocknet:

Weil die heisse Luft im Dörrautomaten von unten nach oben bläst und sich deswegen konstruktionsbedingt unten ein Wärmestau bildet, ist die Temperatur im unteren Gitter etwas höher als im obersten. Die unteren Früchte könnten daher gegen Ende der Trocknung bereits trocken sein, während die oberen noch zu viel Wasser enthalten. Bei einer höheren Temperatur ist der Effekt entsprechend grösser. Wenn wir während der Trocknung einmalig das obere mit dem unteren Gitter tauschen, trocknen die Feigen gleichmässiger. Mit ein wenig Experimentieren finden wir die optimale Einstellung für das eigene Gerät.

Wann sind die Feigen trocken genug?

Die Trocknung der Feigen ist fertig, wenn sie sich noch leicht biegen lassen, ohne zu brechen, und sich dabei nicht feucht oder klebrig anfühlen.

Nach dem Trocken nehmen wir die Feigen vom Gitter ab. Das geht am besten mit einem Pfannenwender oder einem flachen Spatel. So gelangen wir unter die getrockneten Früchte, um sie vorsichtig vom Gitter zu trennen.

Getrocknete Feigen richtig lagern

Ein Einmachglas ist mit selbstgemachten getrockneten Feigen gefüllt. Eine einzelne Feigenscheibe ist von innen an das Glas gedrückt, man erkennt gut das saftige Fruchtfleisch.
Ein Einmachglas ist mit selbstgemachten getrockneten Feigen gefüllt. Eine einzelne Feigenscheibe ist von innen an das Glas gedrückt, man erkennt gut das saftige Fruchtfleisch. Bild: Dirk Rahnenführer

Die getrockneten Feigen geben wir in ein verschliessbaren Einmachglas, wie im Bild gezeigt, das ohne Licht bei Raumtemperatur oder im Keller gelagert wird. Das Glas wird vor Gebrauch gründlich gereinigt und vollständig getrocknet.

So bleiben unsere gedörrten Früchte bis zu einem Jahr haltbar, und wir geniessen auch im Winter den Geschmack des Sommers.

En Guete!

Für den kurzen Überblick bekommt ihr hier nochmals alle wichtigen Details in Rezeptform, auch zum ausdrucken.

Getrocknete Feigen

Getrocknete Feigen – einfach selbst gemacht: Feigen für den Winter konservieren
4 from 1 vote
Ein Einmachglas ist mit selbstgemachten getrockneten Feigen gefüllt. Eine einzelne Feigenscheibe ist von innen an das Glas gedrückt, man erkennt gut das saftige Fruchtfleisch.
Vorbereitungszeit 15 Minuten
Zubereitungszeit 12 Stunden
Gesamtzeit 12 Stunden 15 Minuten
Gericht dessert, Snack
Küche Einheimisch, Mediterran
Portionen 15 Feigen
Kalorien 750 kcal

Kochutensilien

  • 1 scharfes Messer
  • 1 Spatel / Pfannenwender
  • 1 Dörrautomat oder Backofen
  • 1 Einmachglas mit Deckel zur Lagerung

Zutaten
  

  • 15 Stück Feigen

Anleitungen
 

  • Frische Feigen ernten.
    15 Stück Feigen
    Nahaufnahme von einer reifen und drei unreifen Feigen am Ast eines Feigenbaums, bereit zur Ernte für die Herstellung von Dörrfrüchten.
  • Den milchigen Saft von der Frucht abtropfen lassen.
  • Feigen gut mit Wasser reinigen (keine Chemikalien verwenden).
  • Feigen mit einem scharfen Messer in 1 cm dicke Scheiben schneiden.
    Eine in ein Zentimeter dicke Scheiben geschnittene Feige auf einem Teller: Die Scheiben sind für das Trocknen vorbereitet und zeigen das süss-saftige, rote Fruchtfleisch der Feige.
  • Die Scheiben auf den Gittern des Dörrautomaten oder den Blechen des Backofens verteilen.
    Geschnittene Feigenscheiben liegen in drei übereinander gestapelten, runden Gittern eines Dörrautomaten. Beim Trocknen verdunstet das Wasser. So verlieren die Feigen etwa 80 Prozent ihrer Gesamtmasse. Der Blick von oben zeigt die Anordnung der Früchte vor dem Dörren.
  • Den Dörrautomaten oder den leicht geöffneten Backofen 12 Stunden bei 52 Grad laufen lassen.
  • Gegebenenfalls zwischendurch das oberste und das unterste Gitter bzw. Backofenblech tauschen, damit die Feigen gleichmässig trocknen.
  • Die Feigen sind trocken, wenn sie sich leicht biegen lassen, ohne zu brechen, und sich dabei nicht feucht oder klebrig anfühlen.
  • Die getrockneten Feigenscheiben vorsichtig mit einem Spatel ablösen.
  • Die getrockneten Feigen in das Einmachglas verschliessen und ohne Licht bei Zimmertemperatur oder im Keller lagern.
    Ein Einmachglas ist mit selbstgemachten getrockneten Feigen gefüllt. Eine einzelne Feigenscheibe ist von innen an das Glas gedrückt, man erkennt gut das saftige Fruchtfleisch.
Keyword dörren, einfach, leicht, schnell, trocknen

Dirk Rahnenführer

Veröffentlicht in:

GartenRezept

2 Gedanken zu „Getrocknete Feigen – einfach selbst gemacht“

Schreibe einen Kommentar

Recipe Rating




Schweizer Familiengärtner-Verband

Bleibe immer auf dem Laufenden – Folge uns auf Bluesky und Facebook

Verpasse keine spannenden Updates! Folge uns und sei immer als Erste:r über unsere neuesten Blogbeiträge und andere Neuigkeiten informiert.